BUNDjugend  

Vortrag: Kampf um Bialowieza

Ort: Hauptstadtbüro, Dresden
Adresse: Kamenzer Str. 35, 01099 Dresden
Anmerkungen: Beginn 19:00 Uhr

In Polen kreischen seit einigen Monaten die Motorsägen im UNESCO-Weltnaturerbe in der Puszcza Białowieska. Dort liegt einer der letzten Urwälder Europas, Naturschatz und Rückzugsraum für viele seltene und bedrohte Arten. Das Problem ist, ein großer Teil des Schutzgebietes ist im Grunde Nutzwald und wurde vor etwa 100 Jahren mit Setzlingen bepflanzt. Natürlich mit dem Ziel, dass diese Bäume auch irgendwann gefällt werden. Laut den zuständigen Behörden sind diese Wälder jetzt akut gefährdet. Was ihnen droht sei ein massenhafter Befall durch den Borkenkäfer  –  durchaus ein bekanntes Problem für Nadelholz-Monokulturen wie es sie teilweise auch in der Region um Bialowieza gibt.

Damit die gesunden Bäume vor dem gefräßigen Käfer geschützt werden können, gibt es nur eine Möglichkeit, die bereits befallenen Bäume müssen großflächig gefällt werden. So sieht es zumindest die polnische Regierung.

Gegen dieses Vorgehen formiert sich in Polen Widerstand. Neben Protesten vor Ort, demonstrierten auch in Warschau und anderen polnischen Städten tausende Menschen gegen die Abholzung in den Schutzgebieten. Ihr Einwand: ein solch umfangreicher Eingriff, wie er zurzeit stattfindet sei durch EU-Gesetzgebung verboten, der Borkenkäfer diene nur als Vorwand, um im Schutzgebiet einschlagen zu können. Außerdem: Durch den Kahlschlag würde das Problem nur Verschoben – denn auf den gerodeten Flächen entstehe wieder gleichaltrige Baumbestände, die anfällig für einen massenhaften Borkenkäferbefall sind.

Wie ist die Situation der Naturschützer in Białowieza? Welche Alternativen gibt es aus Forst- und Naturschutzfachlicher Sicht zu einem Kahlschlag in den geschützten Waldgebieten? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten und was ist von der Klage und der einstweiligen Anordnung des Europäischen Gerichtshofs in diesem Fall zu halten?

An diesem Abend referieren und diskutieren

Mocia Woch (Naturfreundin aus Polen)

Franz Riedel (Bundesvorstand BUNDjugend, Student der Forstwissenschaften)

Jeremias Czekalla (Student der Forstwissenschaften)

Paul Stöcker (BUND – Sachsen, MSc. Regionalentwicklung und Naturschutz)

 

Um eine Anmeldung wird gebeten.