BUNDjugend  
Willkommen in Mordor?

Für einen konsequenten Kohleausstieg

Eine Mondlandschaft soweit das Auge reicht. In der Ferne stehen riesige Türme. Wie aus menschengemachten Vulkane quellen Quecksilber, Feinstaub und radioaktiven Teilchen in gigantischen Wolken aus den Schloten. Willkommen in Mordor – äh, im Lausitzer Braunkohlerevier in Sachsen und Brandenburg.

Kohlekraftwerke sind in Deutschland für etwa ein Drittel des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Den größten Anteil hat dabei die Braunkohle. Mit Braunkohle als CO2-intensivster Energieträger gehören Braunkohletagebaue und -kraftwerke also gleichzeitig zu den wichtigsten Triebfedern des Klimawandels.

Auch in Sachsen sind die Folgen der Braunkohleverstromung zu spüren: In der Umgebung der Tagebaue kommt es zur Versauerung des Grundwassers und zur Belastung mit Schwermetallen. Zusätzlich werden einige Trinkwasserfassungen unbrauchbar. Große Teile der ehemaligen Tagebauflächen sind wegen Rutschungsgefahr für öffentliche Nutzung gesperrt.

Gleichzeitig ist nicht sichergestellt, dass die Kosten für eine angemessene Sanierung von dem abbauenden Unternehmen, der LEAG, getragen werden und nicht durch öffentliche Mittel finanziert werden.

Dennoch lässt die sächsische Landesregierung nicht erkennen, dass sie bereit wäre die EU-Umweltauflagen für die Kohlekraftwerke zu erfüllen – geschweige denn, aus der Braunkohle auszusteigen.

Zur selben Zeit leiden vor allem Menschen im Globalen Süden, unter den Folgen des Klimawandels. Für uns ist klar: Diejenigen, die am stärksten von Ernteausfällen, Hitzwellen und Überflutungen betroffen sind, haben sie am wenigsten verursacht. Höchste Zeit also, die Kohle im Boden zu lassen, statt sie zu verbrennen und den Klimawandel zu befeuern.

Und am besten beginnen wir damit hier. Denn auch in Mordor gilt: Kohleausstieg bleibt Handarbeit!

10/2017, Danilo Sequeira

Wie wir uns für den Braunkohleausstieg und Klimagerechtigkeit einsetzen: